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Noch heute ist die Mongolei ein Mythos. In einer Welt, in der mittlerweile auch die entferntesten Fleckchen bekannt sind und durchstöbert wurden, erscheint die Mongolei wie ein unerreichbares, außerhalb aller Zeiten liegendes Stückchen Erde, voller Schatten und Geheimnisse.
Dieses Bild der Mongolei beruht auf seinen geographischen Bedingungen, wie die Isolierung, zu der die Natur dieses Land verbannt hat, und auf weniger offensichtliche Faktoren wie der Einfluss der Vergangenheit, die Erinnerung an die legendären Unternehmen des Dschingis Khan und der Goldenen Horde.
Dieses Bild der Mongolei ist nicht ganz unwirklich. Wer sich in diese Gebiete begibt, findet sich völlig unerwartet umgeben von einem außergewöhnlichen Licht, in einem Land ohne Grenzen, unter einem endlos hohen und kristallklaren Himmel.
Das Märchen, die Legende, die Beschwörung der Vergangenheit finden hier einen äußerst natürlichen und beeindruckenden Hintergrund. Eine Reise in diese Gebiete wird zu einer regelrechten Entdeckung der mysteriösen Welt, die die edelste aller Fasern, den “Kaschmir”, umgibt, sowie auch der Bevölkerung, die seit eh und je mit den Geheimnissen dieser Faser lebt.
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Khövsgöl - Aimag
Wenn man die Provinz Arkhangai ausschließt, ist Khövsgöl, die nördlichste Provinz der Mongolei, die landschaftlich schönste, mit ihrer Taiga, den kristallklaren Seen, den vereisten Flüssen und üppigen Wiesen.
Im Sommer regnet es viel, was jedoch die Schönheit der Landschaft nur noch unterstreicht, mit den Regenbögen über den Wiesen, auf denen hier und da weiße Zelte auftauchen und weidende Pferde und Yak.
Die Provinz wird vom prächtigen Khövsgöl Nuur beherrscht, einem der schönsten Plätze der Mongolei. Der See ist von verschiedenen Berggipfeln umgeben, die fast 3000 m erreichen.
In diesem Gebiet, in der Nähe von Tsagaannuur, lebt ein Volk, das es in Kürze nicht mehr geben wird: die Tsaatan, ein ganz besonderer Volksstamm, dessen Leben eng mit dem der domestizierten Renntiere verbunden ist.
Der Name Tsaatan geht auf das mongolische Wort Tsaa zurück, das Renntier bedeutet.
Die volle Existenz der Tsaatan dreht sich um die Renntiere, von denen sie ihre Milch erhalten, das Leder für ihre Kleidung, die sie als Lasttiere benutzen und deren Fleisch sie gelegentlich essen. Die Tsaatan sind ein typisches Nomadenvolk: normalerweise ziehen sie mit ihren kleinen, Ail genannten Lagern alle zwei oder drei Wochen an einen anderen Platz, auf der Suche nach einer besonderen, von den Renntieren speziell bevorzugten Gras- und Moosart. Die Tsaatan benutzen nicht die „Jurte“, das traditionelle Zelt der Nomaden, sondern Zelte aus Renntierfell, und sind Schamanen.
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Bayan-Ölgii - Aimag
Das Altai Nuruu Gebirge ist die Bergkette, die die Provinz Bayan-Ölgii durchquert, die im extremen Nordwesten der Mongolei liegt und an Kazakhstan angrenzt.
Die höchsten Gipfel, viele über 4000 m hoch, sind ständig mit Schnee bedeckt, während die Täler einige grüne Weiden bieten, die das Halten von ca. 2 Millionen Tieren ermöglichen.
Diese Täler sind von Nomadenfamilien bevölkert, die von Mitte Juni bis Ende August einen kurzen Sommer genießen. Zirka 90% der Bevölkerung der Provinz Bayan-Ölgii sind Kazachen. Man nimmt an, dass das Wort "Kazache" freier Krieger oder Steppenwanderer bedeutet.
Die kazakische Kultur unterscheidet sich von der mongolischen. Sogar die Sättel haben eine andere Form. Die kazakischen Zelte sind höher, geräumiger und reicher dekoriert als die der Mongolen.
Wenn man die Provinz Bayan-Ölgii durchreist, trifft man auf Jäger mit kazakischen Adlern. Die Jagd mit dem Adler ist eine 2000 Jahre alte kazakische Tradition. Es werden fast immer weibliche Adler benutzt, da ihr Gewicht ein Drittel geringer ist als das der männlichen und weil sie sehr viel aggressiver sind.
Die jungen Vögel werden in den nahe liegenden Tälern gefangen, eingefettet und gewaschen und dann “gebogen”, indem sie an ein Stück Holz gebunden werden, so dass sie fallen, wenn sie versuchen zu fliegen. Nach ein paar Tagen sind sie erschöpft und bereit, um zur Jagd auf Murmeltiere, Füchse und Wölfe abgerichtet zu werden.
Der größte Teil der Jäger richtet im Leben eine große Anzahl von Vögeln ab, die nach 10 Jahren wieder frei gelassen werden.
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Uvs - Aimag
Die Provinz Uvs ist vom Ikh Nuuruudin Khotgor beherrscht, der Landsenke der großen Seen, die sich vom Uvs Nuur bis zu den Provinzen Khovd und Zavkhan über 39.000 qkm erstreckt.
Der Uvs Nuur ist ein enormer Binnensee inmitten der Wüste und der größte See der Mongolei. Er ist derartig weitläufig, dass es nicht möglich ist, von einem Ufer das andere zu sehen.
Abgesehen von den höchsten Gipfeln der mongolischen Berge, ist dieses Gebiet das kälteste des Landes mit Temperaturen, die im Winter schon bis auf –57°C fielen.
Die Landsenke der großen Seen ist ein Sumpfgebiet, das Zugvögel von weltweiter Bedeutung anzieht und ist zum Weltreservat der Unesco Biosphäre erklärt worden. Kraniche, Löffelreiher, Gänse fliegen Tausende von km von der Südküste Chinas nur um in der Mongolei einen kurzen Sommer zu verbringen.
Ursprünglich hatte die Provinz Uvs den Namen Dorvod, nach dem größten die Gegend bewohnenden Volksstamm. Die Dorvod, die fast die Hälfte der Bevölkerung der Provinz ausmachen, sprechen einen eigenen Dialekt.
Die Uvs ist ein gutes Gebiet, um eine Reise durch die westliche Mongolei zu starten. Es lohnt sich einen Jeep zu leihen und die Seen, Berge, Täler und Sanddünen zu erforschen. Es ist nicht schwer, Gruppen von in Freiheit lebenden Kamelen anzutreffen und fast überall findet man auf dem Land die “Jurten”, die traditionellen mongolischen Zelte, und Hirten auf Pferden, die ihre Schaf- und Ziegenherden auf den Weiden hüten.
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Bayankhongor - Aimag
Bayankhongor bedeutet “intensiv braun” von der Farbe der Pferde, die es in dieser Provinz zahlreich gibt, sowohl in Gefangenschaft als auch in Freiheit.
Diese Provinz ist im Norden von der gewaltigen Bergkette der Khangai Nuruu dominiert, während der südliche Teil die Gobi-Wüste durchquert bis hin zur chinesischen Grenze. Es ist ein trostloses Gebiet, in dem das Leben auch für die seltenen wilden Tiere wie das Argali, den Steinbock und den sehr seltenen Gobi-Bär sehr hart ist.
Diese besten Gebiete für die Kaschmirproduktion zu erreichen, ist eine Expedition und gleichzeitig eine Reise als Nomaden; die Gegend bietet jedoch die Möglichkeit, faszinierende Ausflüge zu machen, entfernt von den mehr befahrenen Wegen, unter der Bedingung, dass man über eine geeignete Ausstattung verfügt.
Dies ist die Provinz par excellence , wo man ohne Schwierigkeit die “fünf Tiere” findet, d.h. Pferde, Ochsen (einschließlich Yaks), Schafe, Ziegen und Kamele, manchmal kommen noch die Renntiere dazu. Darum definieren die Mongolen sich selbst als das Volk der fünf Tiere (tavun kosighu mal).
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Övörkhangai - Aimag
In der Övörkhangai findet man die wahrscheinlich berühmteste Attraktion der Mongolei: das prächtige Kloster von Ertene Zuu Khiid, das auf den Ruinen der antiken mongolischen Hauptstadt Karakorum (heute Karakhorin) erbaut wurde.
Övörkhangai bedeutet “Süd-Khanghai”, bezogen auf die Lage der Provinz zur großartigen Bergkette der zentralen Mongolei, die unter dem Namen Khangai Nuruu bekannt ist und den nordwestlichen Teil der der Övörkhangai dominiert.
Ertene Zuu bedeutet “Hundert Schätze” und war das erste, in der Mongolei gebaute Buddhisten Kloster. Im Jahre 1586 von Abtai Khan begonnen, wurde es erst 300 Jahre später fertig gestellt. Es hatte zwischen 60 und 100 Tempel, 300 Zelte innerhalb der Mauern und auf dem Höhepunkt seiner größten Ausstrahlung lebten dort über Tausend Mönche. Wie die Hauptstadt Karakorum, wurde das Kloster von den manchurischen Invasoren zerstört.
Es wurde in den Jahren 1760 und 1808 renoviert und in den 30iger Jahren fiel es dann den Säuberungsaktionen Stalins zum Opfer.
Von den Tempeln des Klosters Ertene Zuu wurden nur drei nicht zerstört, die noch heute zu besichtigen sind, während eine unschätzbare Anzahl von Mönchen getötet oder nach Sibirien deportiert wurden. Das Kloster hat noch heute viel von seinem Glanz der Vergangenheit, ist aber ohne Zweifel ein Schatten dessen was es in der Vergangenheit war.
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