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Vorwiegend sind es die Frauen in der Bauernfamilie, die sich um die Seidenraupen kümmern und die verschiedenen Stadien der Entwicklung verfolgen: die Häutungen, die Vorbereitung der erforderlichen Umgebung, das Entfernen der verfaulten Kokons, das Aufwickeln des Seidenfadens mit Hilfe von kleinen Haspeln, nachdem er von Hand in kochendem Wasser vom Serizin (Seidenleim) befreit worden ist.
Die Seidenraupenzucht beginnt mit der Ablage der Eier auf die vorbereiteten Strohunterlagen. Nach dem Ausschlüpfen werden die Raupen auf Weidengitter gelegt, eine Struktur aus Holz mit mehreren Lagen Rohrgeflecht.
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Die Raupen werden dann gut abgedeckt und mit sauberen und zerkleinerten frischen, trockenen Maulbeerblättern gefüttert.
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Die erste ausschlüpfende Raupe ist der „Hirte“. Mit zunehmender Größe steigt der Appetit der “Herde”, die Raupen wachsen schnell und vertilgen die Maulbeerblätter anfänglich zerkleinert und dann ganz.
Wenn die Raupen ohne Unterbrechung Nahrung zu sich nehmen, nimmt die Arbeit die Familie sehr in Anspruch. Um 6000 Raupen zu ernähren, sind 100 kg Maulbeerblätter erforderlich.
Folglich muss die Zucht der Seidenraupen in der Nähe von Maulbeerbaumplantagen erfolgen, damit den unersättlichen Raupen immer frische Blätter als Nahrung geliefert werden können.
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Der Seiden- oder Maulbeerspinner hat diesen Namen, weil seine Nahrung aus den Blättern des weißen Maulbeerbaums, dem “Morus alba”, besteht, einer baumartigen Pflanze, die ursprünglich aus den asiatischen Gebieten um den Himalaya stammt.
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Zirka 40 Tage nach dem Ausschlüpfen, vier Häutungen und einer tausendfachen Zunahme des Körpergewichts, hören die Raupen auf, sich zu ernähren: jetzt ist der Moment gekommen, den Kokon zu spinnen.
Die Bauernfamilie bereitet mit trockenen, verflochtenen Zweigen die erforderliche Umgebung vor, die es den Raupen ermöglicht, die Spinnfäden zu befestigen und durch Anhängen an den Zweigen die Kokons zu bilden. Die Räumlichkeiten werden entsprechend verdunkelt und die Raupe beginnt mit Hilfe der am Kopf befindlichen Spinnwarze den Kokon zu fertigen, indem es einen feuchten Faden absondert, der sich erhärtet wen das Serizin mit der Luft reagiert.
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Sobald der Kokon fertig ist (in ca. 4 Tagen) wird er von den Zweigen abgenommen und sofort verarbeitet, bevor die Verwandlung der Raupe stattfindet und die Puppe im Innern zum Schmetterling wird, der sich seinen Weg nach außen sucht und somit den wertvollen Faden zerreist, der pro Kokon bis zu 1000 m lang sein kann. Wenn man nicht rechtzeitig vorgeht und das kleine Tierchen zum Schmetterling werden lässt, sondert dieses eine bräunliche Flüssigkeit ab, die die Fäden miteinander verbindende, gummiartige Substanz löst.
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Mit Hilfe einer dafür vorgesehen feilenartigen, anatomischen Vorrichtung durchschneidet der Schmetterling das Gespinst und schlüpft aus. Innerhalb von wenigen Tagen schließt sich der Lebenszyklus der Seidenraupe mit der Paarung, der Eierablage und dem Tod.
Die Seidenraupenzucht war über Jahrhunderte hin die grundlegende Tätigkeit der Bauernfamilien in den ländlichen Gebieten um Zhejiang oder Jiangsu und noch heute ist die Seidenraupenzucht für diese Bevölkerungen eine vorwiegende Einkunftsquelle.
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