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Die erste Klassifizierung besteht in der Trennung der behandelten Seiden vom Ausschuss.
In beiden Fällen sind die anderen Elemente von Bedeutung die Feinheit und die Farbe. Die Feinheit der einzelnen Spinnfäden variiert zwischen 12 und 15 Mikron.  Die meist geschätzten Farben sind weiß und gelb, es gibt aber auch grüne und rosa Kokons; sehr wichtig ist jedoch die Gleichförmigkeit der Farbe.

Mit der behandelten Seide erhält man zwei wichtige Garne: Organzino und Trama, die folgende Eigenschaften haben:  Organzino ist ein Seidengarn besserer Qualität, das aus wertvollen behandelten Seiden erhalten wird. Es besteht aus zwei oder mehreren Einzelfäden, die erst mit Z-Drehung und dann mit S-Drehung gezwirnt werden.

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Je nach der Qualität der Fäden und dem Grad des Zwirnens erhält man folgende Organzinogarne:  Grenadine oder Granadine, welches das stärker gezwirnte ist, und Organzino strafilato, das es in einer mittleren Qualität gibt sowie auch in einer normalen.
Trama ist ein mit normalen Seiden erhaltenes Garn, das normalerweise beim Weben als Schussfaden verwendet wird, es unterteilt sich in Krepp (stärker gezwirnt) und Marabout.

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Die Klassifizierung der Abfälle erfolgt nach “Spelaia”, “Strusa” und “Strazza”. Mit „Spelaia“ bezeichnet man die Kokons, aus denen der Schmetterling für die Reproduktion ausgeschlüpft ist, sowie die zerfressenen, unvollständig ausgebildeten und fehlerhaften Kokons und das flockige, watteartige Mate-rial der Umhüllung. „Strusa“ sind die nicht unversehrten Kokons, die sich während des Aufweichens mit Wasser voll saugen, sowie die feinen Kokons vor der Verpuppung. “Strazza” ist eine Bezeichnung, die für die Spinn- und Zwirnreste benutzt wird.

TDurch das Kämmen der Abfälle mit längeren Fäden erhält man ein Garn, das als Schappe, Terzanella oder Florettseide bezeichnet wird. Dieses Garn wird normalerweise für Strickwaren benutzt, aufgrund seiner Natur kann es in keiner Weise mit der Qualität und Gleichförmigkeit der behandelten Seiden konkurrieren. Manchmal wird die Qualität des Endprodukts auch durch Verunreinigungen und die Anzahl der darin enthaltenen Knötchen gefähr-det. Aus den gekämmten Abfällen erhält man noch weitere, kürzere Erzeugnisse, mit denen bei entsprechender Verarbeitung Bourette oder Roccardino hergestellt wird.

Seidenarten

Maulbeerseide: die normalste Seidenqualität ist das Produkt der Sekretion der beiden Spinndrüsen des "Bombyx mori" oder einfach Seidenraupe genannten Schmetterlings, der sich von den Blättern des Maulbeerbaums ernährt. Die ist die in der Serikultur normalste und am meisten verbreitete Seidenart.

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Wildseide oder Tussah: Es gibt weitere Arten von Seide, die von Larven anderer Falterarten wie der “Antheraea mylitta”, “Antheraca proylei”, “Antherea perni” e “Antheraca yamamai” hergestellt werden, die auf Eichen und Eschen leben und sich mit den Blättern dieser Bäu-me ernähren, ihr Kokon ist jedoch dunkler, hart und kompakt, normalerweise gelb oder grau. Die Fäden sind unregelmäßig und im Schnitt gröber. Die damit erhaltenen Seiden werden als Wildseiden (Tussah) bezeichnet. Die Kokons werden in einer chemischen Lösung zum Kochen gebracht oder mit Weichspülern behandelt, um ein weicheres Produkt zu erhalten.

Muga: eine aus dem indischen Produktionsgebiet von Assam kommende Sei-de, die “Muga” heißt, womit in der lokalen Sprache die bernsteinfarbene Fär-bung der Kokons bezeichnet wird. Sie gehört zur gleichen Familie der Wildseiden und ist aufgrund ihrer charakte-ristischen goldenen Farbe sehr beliebt. Muga wird von der “Antheraea assama” Larve produziert und ist eine endemi-sche Art des Brahmaputra Tals.

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Eri: dies ist eine weitere Seide indischen Ursprungs. Das Wort Eri kommt aus der sanskritischen Sprache, in der der Rizinus “Ricinus communis” Eranada genannt wird. Die Blätter des Rizinus, eine in den tropischen und sub-tropischen Ländern zur Familie der Euforbiacee gehö-rende, allgemein verbreitete Graspflanze, sind die haupt-sächliche Nahrung dieser Larven, die folglich mit dem Namen Eri bezeichnet werden. Die Eri Larven sind die einzigen unter den sich nicht mit Maulbeerblättern ernährenden Larven, die in der Serikul-tur gezüchtet werden können.

Hergestellte Mengen

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Eine Larve produziert maximal bis zu zwei km Filament, das jedoch mit anderen Filamenten zu verbinden ist, um ein Garn zu erhalten, das in der Strickerei verarbeitet werden kann. Um ein kg Rohseide zu erhalten, sind mindestens 10 kg Kokons erforderlich, d.h. 6000 Seidenraupen, für deren Ernährung ein Doppelzentner Maulbeerblätter benötigt wird. Zusammenfassend heißt das, dass ca. 1000 Raupen notwendig sind, um das für einen Pullover von 200 g er-forderliche Garn herzustellen.

Die Zahlenverhältnisse liegen so, dass nur Länder, die keinen Mangel an ge-ring kostenden Arbeitkräften haben sich massiv mit der Serikultur beschäftigen können. In erster Linie China, das allein 82% der Weltproduktion deckt und heute absolut der größte Rohseidehersteller ist. Andere Länder, meistens asiati-sche, stellen Seide fast ausschließlich für den internen Markt her. Nur Indien und Brasilien sind in der Lage, einen großen Anteil ihrer Produktion auf dem internationalen Markt zu verkaufen. Der Faden des Bombyx mori, der vor 47 Jahrhunderten begann, den Orient mit den westlichen Ländern zu verbinden, umwickelt noch heute die Welt wie in einem Kokon.

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