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Eigenschaften und Qualität der aus der Volksrepublik Mongolei kommenden Kaschmirfaser
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Im Jahre 1989 hatte die Volksrepublik Mongolei (allgemein als Äußere Mongolei bezeichnet) einen Tierbestand von vier Millionen dreihundert Tausend Ziegen und nur 5-10% der Produktion wurde exportiert. Der gesamte Rest wurde lokal verarbeitet und nur ein geringer Teil kam auf dem internen Markt oder in den Ländern des Comecon zum Verkauf. Die Anzahl der Ziegen erreichte im Jahre 1998 10 Millionen zweihundert Tausend, konzentriert im zentralen Norden des Landes (58% männliche, 39% weibliche und 3% kastrierte Ziegen). Es handelt sich hierbei um im Mai 1998 auf den neusten Stand gebrachte Daten von Dr. YO ZAGDSUREN, dem Verantwortlichen für das “Cashmere Goat Project” und Dozent am Research Institute for Animals der Landwirtschaftlichen Universität der Mongolei.
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Im letzten Jahrzehnt, aber speziell in den letzten Jahren, dank der Öffnung der Volksrepublik Mongolei gegenüber Investitionen aus dem Ausland, haben eine Reihe von amerikanischen, italienischen und japanischen Firmen Joint-Venture-Unternehmen mit mongolischen Firmen gegründet oder haben eigene Firmen zur Reinigung der Rohwolle gegründet, die alle in der Hauptstadt Ulaan Baatar konzentriert sind. In der Äußeren Mongolei gibt es im Moment etwas mehr als 30 Faserselektionsanlagen und weitere werden in Kürze installiert; Es handelt sich dabei um Anlagen, die in den USA, England, Frankreich, Italien demontiert wurden, andere sind in Japan hergestellt. Der Export verläuft kontrolliert, die Qualität ist sehr gut und es werden keine Verschmutzungen festgestellt.
Die isolierte Lage der Volksrepublik Mongolei zwingt die Unternehmer zur Ausfuhr der Waren per Flugzeug über Moskau oder Peking, in der letzten Zeit erfolgt die Ausfuhr aber immer häufiger mit der berühmten transsibirischen Eisenbahn, die Ulan-Ude über Irkutsk und Novosibirsk mit der russischen Hauptstadt verbindet; von hier gehen die Waren dann da zu ihrer Endbestimmung weiter, normalerweise Italien und Schottland.
Die in der “Äußeren Mongolei” erhaltene Faser liegt im Vergleich zur chinesischen in der Feinheit um etwa 0,8/1,3 Mikron zurück, ist aber gleichförmiger, länger, widerstandsfähiger und stärker. Um den Grund dieses Unterschieds zu verstehen, müssen wir etwa ein halbes Jahrhundert zurückgehen als zur Steigerung der Produktion pro Ziege aus Sibirien einige “PREDON” Ziegen eingeführt wurden, deren Name “in der Nähe des Don” bedeutet. Diese Tiere garantierten eine hohe Ausbeute pro Tier, lieferten jedoch eine Kaschmirqualität, die gröber war als die lokale, mit Feinheiten von 18 bis 19 Mikron. In den nachfolgenden Jahren kreuzten sich die Tiere miteinander, wodurch die lokale Rasse eine geringere Faserqualität lieferte, die bis zum letzten Jahrzehnt selten unter 16,5 Mikron lag. Der Nachfrage auf ein qualitätsmäßig höheres Produkt folgend, haben einige Züchter seit ein paar Jahren begonnen, die Rasse zu selektieren, indem sie die Ziegen isolieren, deren Produkt nicht dem Qualitätsstandard entspricht; dies hat zum Erhalt eines feineren Kaschmirs geführt, der, entsprechend gereinigt, eine Faser mit einer Feinheit unter 16 Mikron garantiert.
Der Kaschmir aus der Äußeren Mongolei hat vornehmlich eine leicht graue und braune Farbe; man schätzt, dass der weiße Kaschmir, der fast ausschließlich aus der Grafschaft SHINE ZHIST in der südöstlichen Mongolei kommt, nur 10% des gesamten Angebots ausmacht. Die Gründe für die nur geringe Produktion an weißem Kaschmir sind in der Tatsache zu suchen, dass die Ziegen dieser Farbe unter den strengen klimatischen Bedingungen weniger widerstandsfähig sind und die im mongolischen Winter üblichen Temperaturen von unter minus 20°C schlecht ertragen. Die Ziegen mit weißem Fell sind in der Mongolei folglich in den südwestlichen Gebieten zu finden, die durch die Bergkette des Altai gegen di eisigen Nordwinde geschützt sind.
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Eigenschaften und Qualität der Kasch-mirfaser aus der selbstständigen Provinz der Inneren Mongolei
In der Inneren Mongolei lebten 1999 etwa 7 Millionen von den etwa 35 Millionen Ziegen auf dem gesamten Gebiet der Volksrepublik China.
Bis 1985/86 waren die Kanäle, über die der Kauf des chinesischen Rohmaterials erfolgte, sicher, dasselbe war von der Qualität zu sagen. Alle Ausfuhren wurden zentral vom Institut “China National Produce & Animal By-Products” kontrolliert und gehandhabt, das auch für die Preispolitik verantwortlich war. Es bestand die Möglichkeit, Kaschmirposten auf der Basis von Qualitätsstandards per Telex zu kaufen, unter Bezugnahme auf Abkürzungen, die die Unternehmer seit Jahrzehnten benutzten. KVSS01 war die Bezeichnung für den zu 0,1% gereinigten 38 mm weißen Kaschmir, KVSS02 für den zu 0,2% gereinigten 38 mm weißen Kaschmir, KW war die Bezeichnung für den hellgrauen Kaschmir und KX die für den braunen usw. Der Handel erfolgte ohne besondere Probleme, die Qualität war eine Standardqualität und es waren keine Verunreinigungen vorhanden, bei den Lieferposten handelte es sich um 1500 kg in gleichförmigen, mit dem berühmten roten Kürzel markierten Ballen von 75 kg.
Das historische Zentrum für die Verarbeitung des aus der Inneren Mongolei kommenden Kaschmirs war jahrelang Tianjin (Tientsin) in der Provinz von Hebei, wo sich seit Anfang der sechziger Jahre eine große Anzahl der Selektionsanlagen befinden. Bis 1980 war Tianjin das bedeutendste Industriezentrum für die Kaschmirreinigung in China und eine Bezugsstelle solange der Kaschmirhandel vom “China National Produce & Animal By-Products” in Peking kontrolliert wurde. Die Stadt Tientsin, die auch den Hafen der Hauptstadt besitzt und aufgrund ihrer Ausdehnung die drittgrösste Stadt der Volksrepublik China ist, gehört zu den drei Städten, die direkt von der zentralen Regierung abhängen.
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Nach Tiananmen wurde in China ein bedeutendes Wirtschaftsreformprogramm eingeleitet, dessen Folge die Liberalisierung der achtziger Jahre war. In den ersten neunziger Jahren stieg die Anzahl der Reinigungslinien dank der Liberalisierung und des japanischen Know-Hows stark an. In Quinghè, in der Provinz von Hebei, entstanden mehr als 4000 Unternehmen, einige private, andere von der Zentralregierung oder von der Provinz kontrolliert und einige von Händlern aus Hong Kong betrieben. Zu dieser Zeit begannen die kleinen Unternehmen aufgrund des Fehlens von Kontrollen, die während der Zeit des “China National Produce & Animal By-Products” immer gesichert waren, das Produkt zu fälschen, indem sie die Wolle bei der Reinigung mischten und damit die Probleme in der Zusammensetzung auslösten, die in den ersten neunziger Jahren von den Unternehmern des Sektors festgestellt wurden. Seit dieser Zeit hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt wenig geändert und es empfiehlt sich zuverlässige Partnerschaften einzugehen und extrem sorgfältige Kontrollen vorzunehmen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Quinghè ist heute das Gebiet, in dem man die höchste Konzentration von Selektionsanlagen der Nation vorfindet, schätzungsweise 50% der Gesamtanzahl; es folgen dann das Gebiet von Dong Sheng mit 20% und Tientsin, wo noch eine geringe Produktion mit einer 5% entsprechenden Anzahl von in Betrieb stehenden Anlagen besteht. Die restlichen 25% sind über das grenzenlose Land Chinas verteilt. Die Faser aus der “Inneren Mongolei” hat eine gute Länge und eine durchschnittliche Feinheit von 14-15 Mikron, ideal für Garne, die für die Herstellung von Strickwaren bestimmt sind. Im Unterschied zur Äußeren Mongolei wird hier vorwiegend weisse Faser gewonnen, cirka 70% der Gesamtproduktion, die durch die Aussortierung der farbigen und schwarzen Haare von Hand qualitativ noch verbessert wird. In einigen Gebieten hat man seit den ersten neunziger Jahren mit der Selektierung der Ziegen nach der Farbe ihres Fells begonnen, um eine Produkt zu erhalten, das keine farbigen Haare aufweist. Speziell im Gebiet von Alan-Shan, wo man die beste Qualität und die höchste Konzentration an weißen Ziegen vorfindet, wurde der Bestand an farbigen oder gescheckten Ziegen verringert.
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Bevölkerung, Eigenschaften und Qualität des aus dem Tibet kommenden Kaschmirs
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Das Gebiet Tibets ist das reizvollste, was man sich an Natur und Lanschaft vorstellen kann. Das vom Gebirge umgebene Hochland von Tibet bildet die bedeutendste Hochebene der Welt sowohl in Bezug auf ihre Höhe als auch in Bezug auf ihre Ausdehnung. Die Bergzüge des Kuenlun im Norden und der Himalaya und der Karakorum im Süden bilden eine geographische Barriere.
Tibet hat eine enorme Ausdehnung, etwa 2/3 Europas und umfasst sowohl Wüste als auch vegetationsreiche Gebiete. Normalerweise hat die Vegetation auf der Hochebene Steppencharakter, vorwiegend mit Prärien und Tundren des Hochgebirges: hier leben die Kaschmirziegenherden.
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Dieses Land war der Ausgangspunkt für die Kaschmirwolle als in den vergangenen Jahrhunderten die Karawanenführer das Land mit grossen Karawanen von Kamelen und Yaks durchquerten, die die wertvolle Faser auf dem südlichen Teil des Wegs der Seide nach Nordindien brachten und dabei das nahe gelegene Gebiet von Ladakh streiften. Noch heute hat Tibet eine enorme Bedeutung für die erzeugte Kaschmirqualität, denn nicht nur, dass Tibet mit seinen geschätzten 1000-1300 Tonnen Rohmaterial etwa 10% der Produktion der Volksrepublik China darstellt, sondern es hat auch das Primat der besten Qualität. Der Kaschmir aus Tibet ist absolut der feinste und die braune Farbe, die ca. 50% der Produktion ausmacht, ist normalerweise mit einer unter 13,5 Mikron liegenden Feinheit zu finden.
In Tibet erfolgt die Gewinnung aufgrund der Höhe und der klimatischen Bedingungen später als in anderen Produktionsgebieten. Hier werden die Ziegen im Juli gekämmt, aber aufgrund der schwierigen landschaftlichen Gegebenheiten und der nur wenigen befahrbaren Verbindungswege sind 45 bis 60 Tage erforderlich, um die die kleinen, über das Land verstreuten Mengen einzusammeln und erst Ende August kann die Faser an die chinesischen Reinigungsbetriebe übergeben werden. Es ist zu berücksichtigen, dass es in Tibet keine Eisenbahn gibt, nur wenige Straßen und viele von diesen sind fast das ganze Jahr unbefahrbar; viele Städte und Dörfer sind durch den Schnee häufig isoliert und speziell die beiden hauptsächlichen Zentren, in denen die Wolle eingesammelt wird, “NAGQU” und “AR LI”, liegen weit entfernt voneinander und sind lediglich durch eine von den Transportmitteln schwer befahrbare Straße miteinander verbunden.
Tibet ist grenzenlos in seiner Ausdehnung, zu 85% unbewohnt, mit Bergen, die normalerweise über 4000 m hoch sind und wo Schnee und Eis das ganze Jahr über den Boden bedecken; in diesen Höhenlagen gibt es keinerlei Vegetation oder Lebensform. Die auf einer Höhe von etwa 3700 m liegende Hauptstadt Lhasa hat trotz des Vorhandenseins einer Reinigungsanlage wenig Bedeutung im Kaschmirhandel. Nördlich von Lhasa, etwa 1800 km von der Hauptstadt entfernt, liegt “NAGQU”, der wichtigste Ort, an dem das Rohmaterial des gesamten östlichen Tibets gesammelt wird; von hier geht der Kaschmir dann nach Lhasa und weiter nach China. Die gesamte, im westlichen Tibet produzierte Menge wird hingegen in die nordöstlich, in der Nähe des Ladakh Gebietes und an der Grenze Indiens gelegene Stadt “AR LI” befördert. In diesem Gebiet findet man die beste Faser der Welt; hier leben die berühmten tibetanischen Antilopen CHIRU (Panthalops Hodgsoni), die eine Faser mit 9 Mikron liefern, die zur Herstellung der berühmten Shahtoosh Schals verwendet wird. Wie bekannt ist, ist der Shahtoosh-Handel augenblicklich verboten, da die Chiru-Antilopen aussterben und die wenigen als “Shahtoosh” bezeichneten Schals sind nichts anderes als Imitationen. “AR LI” ist mit Lhasa durch nur eine Straße verbunden, die nur in den Sommermonaten befahrbar ist, aber oft auch in dieser Zeit aufgrund der kontinuierlichen Erdrutsche nicht benutzt werden kann. Die Waren gehen über die Straße, die “AR LI” mit “HOTAN” im südlichen Xin Jiang, der chinesische Provinz nördlich von Tibet, verbindet. Für die 10 Tage dauernde Fahrt werden Wagenkarawanen organisiert; isoliert bleiben bedeutet in dieser Gegend “nicht zurückkommen”. Während der Fahrt werden die Pässe von sieben, über 7000 m hohen Bergen überquert; dies ist die einzige, unwegsame Straße, über die der Kaschmir des westlichen Tibets zu den chinesischen Selektionsanlagen transportiert werden kann.
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